Größenwahnsinn kommt vor dem Fall?

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Ein heftiger Knall erschüttert die Fußballwelt: Gianni Infantino und die FIFA haben ihre Investorenpläne veröffentlicht und sorgen damit für Aufsehen, Empörung und große Verunsicherung. Der Weltverband plant offenbar, 20 bis 30 Prozent der Anteile an einem noch zu gründenden Unternehmen zu verkaufen: der FIFA Forward Enterprise. Diese neue Gesellschaft soll als Tochterunternehmen der FIFA künftig alle kommerziellen Aktivitäten und die Organisation der Turniere bündeln.

Man muss kein eingefleischter Sportfan sein, um zu verstehen, worum es im Kern geht: Geld. Sehr viel Geld. Durch den Verkauf von Anteilen könnte die FIFA noch mehr Milliarden umsetzen, als sie es ohnehin schon tut. Der Fußball, der für viele Menschen Leidenschaft, Identität und Gemeinschaft bedeutet, droht damit einmal mehr zum reinen Geschäftsmodell zu werden.

Die Reaktionen aus der Fußballwelt sind deutlich und lassen kaum Spielraum für Interpretationen. Besonders die UEFA zeigt sich derzeit als Verband mit der schärfsten und klarsten Haltung gegen die Pläne der FIFA. Der europäische Fußballverband nimmt die Angelegenheit äußerst ernst und fordert auch die nationalen Fußballverbände dazu auf, dies ebenfalls zu tun.

Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: „Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen man einfach handeln darf. Schon gar nicht, wenn völlig unklar bleibt, wer am Ende finanziell davon profitiert. Niemand besitzt den Fußball. Und deshalb sollte es auch nicht an der FIFA liegen, ihn zu verkaufen.“ Quelle: UEFA

Mittlerweile haben sich auch alle 55 UEFA-Mitgliedsverbände für einen möglichen WM-Boykott ausgesprochen, sollten die Pläne der FIFA tatsächlich umgesetzt werden. Das ist ein starkes Zeichen und zeigt, wie tief der Riss inzwischen geht. Es geht längst nicht mehr nur um Strukturen, Verträge oder neue Einnahmequellen. Es geht um die grundsätzliche Frage, wem der Fußball gehört und wer über seine Zukunft entscheiden darf.

Ob sich am Ende wirklich alle Verbände so klar gegen die Pläne der FIFA stellen werden, bleibt allerdings abzuwarten. Denn auch für die einzelnen nationalen Verbände könnten sich durch diesen Deal die finanziellen Mittel erhöhen. Genau darin liegt die Gefahr: Infantino könnte diese zusätzlichen Einnahmen als Machtmittel nutzen, um vor allem kleinere Verbände auf seine Seite zu ziehen. Wer Geld verteilt, gewinnt Einfluss. Und wer Einfluss gewinnt, kann Widerstand schwächen.

Was mit der Seele des Fußballs passiert, bleibt offen. Doch eines ist klar: Nach der WM zeigt Gianni Infantino nun ein Gesicht, das viele vielleicht erwartet haben, aber nicht in diesem Ausmaß. Der Fußball steht an einem Punkt, an dem er sich entscheiden muss: Bleibt er ein Spiel der Menschen, der Fans, der Vereine und der Nationen? Oder wird er endgültig zu einem Produkt, das an Investoren verkauft und nach Gewinninteressen gesteuert wird?

Die FIFA spricht gerne von Entwicklung, Fortschritt und globaler Förderung. Doch hinter diesen großen Worten steht eine einfache Wahrheit: Der Fußball wird weiter kommerzialisiert. Immer größer, immer teurer, immer profitabler. Irgendwann stellt sich die Frage, ob dabei noch das Spiel im Mittelpunkt steht oder nur noch der Preis, den man dafür erzielen kann.

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